2017 10 Badische Zeitung Ich mag die klaren Fragen der Kids

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Quelle: Badische Zeitung, Oktober 2017, Seite 4

Ich mag die klaren Fragen der Kids

INTERVIEW: Mark Benecke, Deutschlands bekanntester Kriminalbiologe, ist Gast bei den Science Days

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VON JÜRGEN MESSMER

Nach längerer Pause wieder Gast bei den Science Days ist Mark Benecke, Deutschlands bekanntester Kriminalbiologe. Sein Spezialgebiet sind Tiere, die auf Leichen leben. Darum nennt man ihn auch "Herr der Maden". Jürgen Meßmer hat Benecke gefragt, wie er zu seinem Beruf gekommen ist, wovor er sich ekelt und was ihm an den Science Days besonders gefällt.


Frage: Herr Benecke, Sie untersuchen verwesende Leichen und grauselige Mordschauplätze. Ekeln Sie sich denn vor gar nichts?

Mark Benecke: Doch, vor Leberwurst und überhaupt allen Sorten Hackfleisch, Würstchen & Co.


Maden, die aus Leichen kriechen, gehören nicht dazu?

Nein. Auch Verwesung ist nichts Widerliches, sie ist notwendig für den Kreislauf des Lebens. Sonst würden sich überall tote Menschen und Tiere stapeln.


Was kann denn eine Made über einen Mordfall erzählen?

Anhand des Alters bestimmen wir die Besiedlungszeit der Leiche. Die Polizei kann das beispielsweise mit Beobachtungen von Zeugen oder Telefondaten abgleichen. In Insekten an Leichen finden sich auch Gifte, die in der Leiche vorkamen, auch wenn die Leiche schon zersetzt ist. Manche Tiere leben auch bevorzugt in Wohnungen. Finden wir die Leiche im Freien, dann wissen wir, dass sie vorher schon in einer Wohnung gelagert worden war.


Wie kommt es, dass Sie Kriminalbiologe geworden sind?

Als Kind wollte ich eigentlich Koch werden. Aber auch die Spurensuche hat mich fasziniert: Ich habe immer versucht, Schneeflocken mit Lack einzufangen. Für das Mikroskop. Und ich habe Staub auf Tesafilm geklebt und untersucht. In der Schule war Chemie mein Lieblingsfach. Und dann habe ich Bio studiert und während des Studiums ein Praktikum in der Rechtsmedizin gemacht. So kam das.


Waren Sie ein guter Schüler?

Ja, außer in Sport natürlich. Zum Glück mochte mich meine erste Sportlehrerin im Gymnasium. Gerettet hat mich, dass ich sehr schnell reagiere, so dass ich zumindest Badminton und Tischtennis gut spielen konnte.


Haben Sie als Kind auch experimentiert?

Ja, ich hatte einen Chemie-, einen Detektiv- und einen Physikkasten. Fand ich supergeil. Mein Vater hat mir auch in mein Zimmer einen Klapptisch gebaut, so dass ich dort experimentieren konnte, ohne den Fußboden mit Flecken oder Löchern zu zerstören.


Gab es damals schon Veranstaltungen wie die Science Days?

Nicht für Kids wie mich. Ich bin in Nordrhein-Westfalen aufgewachsen, einem der ärmeren Bundesländer. Ich habe meine Schulen geliebt und fahre auch heute noch gerne mit dem Rad vorbei oder gebe dort Gastunterricht. Aber so schicke Bildungssachen wie in Bayern, Sachsen und Baden-Württemberg gab und gibt es in den anderen Bundesländern nicht so oft. Ein Grund für mich, auch in Schulen zu gehen, von Trainings für Höchstbegabte bis zu Unterricht bei den Kids in der Psychiatrie.


Nach einer längeren Pause sind Sie nun wieder bei den Science Days dabei. Was gefällt Ihnen an diesem Festival besonders?

Also, die Pause kam nicht durch mich...Ich mag erstens die klaren und unverstellten Fragen der Kids und zweitens das Chaos, in dem wir Vortragenden superkonzentriert säckeweise Flöhe bei Laune halten und bändigen.


Was dürfen das Publikum und Ihre Fans in diesem Jahr von Ihrem Auftritt bei den Science Days erwarten?

Das bastele ich aus tausenden von Fotos am Abend vorher zusammen, wenn ich im Europa-Park irgendwo rumsitze und in den dort sehr friedlichen Himmel schaue. Auf jeden Fall gibt es Stempel mit Maden und Schaben, die sich die Kids auf die Arme „tätowieren“ können und einige echte Rätsel von Tatorten mit spannenden Spuren.


Noch einmal zurück zu den Kriechtierchen. Haben Sie eine Lieblingsmade?

Ich finde Käsefliegenmaden lustig, weil die springen können und sich vorher wie ein Croissant zusammenkrümmen. Außerdem schreien alle im Labor noch mehr und noch lauter, wenn Maden aus einem Leichensack springen. Und im Naturkundemuseum in Berlin bin ich Pate der Markusmücke. Die ist schön schwarz und ich habe sie zum ersten Mal auf einem verfallenen Friedhof gesehen — gefällt mir.


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