2012 09 19: Der Sherlock Holmes der Neuzeit

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Quelle: Altmark Zeitung - Salzwedeler Nachrichten, 10. September 2012

Der Sherlock Holmes der Neuzeit

CSI war gestern: Dr. Mark Benecke verwandelte das Kulturhaus in eine Dunkelkammer des Bösen

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VON HOLGER BENECKE

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Auf einen Blick: Dr. Mark Benecke über sich

"„Ich kann kein Fußball spielen, habe keinen Führerschein und habe auch noch nie einen Fernseher besessen. Und ich kann keine Computerspiele – aber ich war auch mal Messdiener.“

Zudem ist der 42-jährige Kölner seit Oktober 2010 Vorsitzender von „Die Partei“ in Nordrhein-Westfalen. Dazu wurde er mit 100 Prozent der Stimmen gewählt – mehr als der damalige DDR-Chef Erich Honecker je bekam. Seine Partei, die ihn als Bundespräsidenten vorgeschlagen hat, steht unter anderem „für Solidarität ja, aber richtig: Die Partei setzt sich seit 2004 für die ruinierten westdeutschen Randgebiete ein. Wiederaufbau nach ostdeutschem Vorbild. Mit Spaßbädern! Nach Ost kommt West“. Spaß beiseite: Das Anliegen von Dr. Mark und Lydia Benecke ist ernst – mit ihrer forensischen Arbeit wollen sie die Abgründe erkunden, um Straftaten zu verhindern. Sie erforschen das Böse, um es erfolgreich bekämpfen zu können. Das ist ihnen gelungen – mit wissenschaftlicher wie auch unorthodoxer Vorgehensweise.


Was Abby Sciuto und Leroy Jethro Gibbs in der amerikanischen Krimi-Serie „Navy CIS“ verkörpern – das ist Dr. Mark Benecke in einer Person. Und er ist es im wahren Leben. Der berühmteste Forensiker der Welt – ein Kölner Jung mit Rosenheimer Wurzeln – zog am Montagabend bis kurz vor Mitternacht die Zuschauer in seinen Bann. „Der Herr der Maden“, wie der Krimminalbiologe auch genannt wird, wurde als eines der jüngsten Mitglieder in die Linnean Society of London aufgenommen, ist gefragter Gastdozent an der FBI-Academy in Quantico und durch zahlreiche, weltweit ausgestrahlte Fernsehsendungen bekannt. Der Kriminalbiologe, der ebenso die Psyche der Täter mikroskopisch genau betrachtet, hatte seine Frau Lydia mitgebracht. Auch die nur 1,58 Meter kleine Diplom-Psychologin ist eine ganz Große in ihrem Fach. Außerdem schreibt sie eine psychologische Kolumne für Deutschlands bedeutendste BDSM-Zeitschrift. Das teilweise sehr weit angereiste und äußerst geneigte Publikum bekam in Salzwedel keinen reißerischen Krimi geboten, sondern Fakten, Fakten, Fakten – Forensik und Psychologie für Fortgeschrittene.


Der Herr der Maden kam direkt aus der Dunkelkammer des Bösen ins Salzwedeler Kulturhaus. Montagabend hielt der Forensiker Dipl.-Biol. Dr. rer. medic., M.Sc., Ph.D. Mark Benecke einen Vortrag für Fortgeschrittene. Der berühmteste Kriminalbiologe der Welt – er untersuchte unter anderem Adolf Hitlers mutmaßliche Schädeldecke und Gebiss sowie den Fall des kolumbianischen Serienmörders und Vergewaltigers Luis Alfredo Garavito Cubillos – blickte hinter die Fassade von Massenmördern, Vergewaltigern und Kinderschändern. Benecke hatte an diesem Abend seine Frau und Mitautorin an seiner Seite.


Die Psychologin Lydia Benecke – Diplomarbeit über Persönlichkeitseigenschaften von Sadomasochisten – packte dann ihren „Baukasten des Bösen“ aus, anhand dessen sie Gewaltstraftaten psychologisch auf den Grund geht. Sie machte deutlich, dass Straftäter wie der Kinderschänder Marc Dutroux eben nicht auf den ersten Blick als „Monster“ erkennbar sind, sondern eher die lieben netten Nachbarn von nebenan. So fühle sie sich auf einem Gothic-Treffen wesentlich sicherer als unter „normalen Menschen“, machte Lydia Benecke deutlich.


Massenmörder seien nicht auffällig, sonst könnten sie nicht unerkannt ihren Taten nachgehen, stellte auch ihr Mann klar. Und die Brücke zur zur Gothic-Szene kam nicht von ungefähr: Mark Benecke spielte nicht nur in einer Punk-Band und Theater, er ist auch ständiger Gast der Wave-Gotik-Treffen in Leipzig, hat die beiden jüngsten Festivals sogar als DJ eröffnet. Auch seine Frau Lydia hat sich mit Büchern „Vampire unter uns“ auf anderen Gebieten einen Namen gemacht.


Anhand konkreter Fallbei- spiele nahmen die Beneckes Montag in Salzwedel die Zuschauer im voll besetzten Kulturhaussaal mit auf eine Reise der jüngeren Kriminalgeschichte. Ihr Anliegen: Den Blick der Menschen für Details schärfen. Wenn ein Achtjähriger einem Klassenkameraden auf dem Schulhof ein Messer an den Hals setzt, um fünf Euro zu bekommen, dann sieht Benecke das nur als Beginn an, aus dem eine kriminelle Karriere werden kann. „Wenn Sie so etwas mitbekommen, gehen Sie hin, reden Sie mit den Eltern“, so der Rat des Experten.


Viele Straftaten von so genannten Monstern hätten nach Beneckes Auffassung verhindert werden können, wenn man ihnen zugehört und sie nicht von Anfang an nur als krank abgetan hätte. Sicherlich seien sie krank, nur müssen sich die Ermittler wertungsfrei deren Gedanken- und Gefühlswelt nachvollziehen können, um weitere Straftaten zu verhindern. Beide Beneckes untermauerten das an zahlreichen bekannten Fällen aus der Kriminalgeschichte, an denen sie mitgearbeitet hatten.


Mark Beneckes Spezialgebiet sind dabei die kleinsten Details. Und die Ermittlungen des Sherlock Holmes der Neuzeit begannen schon als er aus dem Zug stieg auf dem Salzwedeler Bahnhof. Er analysierte das Umfeld des Bahnhofshotels und fand Häufchen, die für ihn kriminalistisch interessant waren. Auch ein Spinnenkörper im Kulturhaus weckte seine Aufmerksamkeit: „Das Tier ist da rausgekrochen und läuft hier irgendwo rum.“ Die Lacher im Publikum waren männlich – leichtes Erschauern bei den Frauen.


Trotz des ernsten Themas entpuppte sich der weltweit geschätzte Forensiker als ein Maitre de Plaisir. Seine Haustiere – Fauchschaben zum Anfassen und Streicheln – waren dabei ein Muss. Und er nannte den Erfolg seines Vorgehens: kindlicher Forscherdrang. „Ich mag Physik und Chemie. Ich war der, den Sie in der Schule nicht leiden konnten“, bekannte Benecke. Er hat sich das Kindliche bewahrt. Kein Wunder, dass er auch Bücher wie „Das knallt dem Frosch die Locken weg“, geschrieben hat, die man den Nachbarskindern schenken sollte, wenn man sie nicht leiden kann. Das jedenfalls rät der Autor mit einem fiesen Grinsen. Denn das Werk strotzt von Anleitungen für lustige Experimente, mit denen der Nachwuchs seine Erzeuger zur Weißglut bringen kann.

Mit herzlichem Dank für die Freigabe und Genehmigung zur Veröffentlichung an die Rechte-Inhaber.


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