2017 03 Westfalen Blatt: Leichen sind sein Geschaeft

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Quelle: Westfalen-Blatt online vom 17. März 2017

Leichen sind sein Geschäft

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VON INGO SCHMITZ


Mark Beneckes munterer Plauderton ist unauffällig, sein Äußeres mit Piercings und Tätowierungen ist es nicht: Er ist ein Mann der Extreme. Der von Ermittlungsbehörden und Fernsehshows gefragte Kriminalbiologe schafft es, mit seinen Geschichten aus dem Reich der Insekten, die auf menschlichen Leichen leben, Stadthallen zu füllen. Gruseln ist angesagt.


Vom Ambiente her hätte es auch ein Diaabend über eine Toskana-Reise sein können. Etliche Stuhlreihen, eine Leinwand. Mehr braucht der 46-jährige Kölner nicht. Lapidar erzählt Benecke in rasantem Tempo aus seinem Berufsleben. Und die hat es in sich: Als Kriminalbiologe ekelt er sich wohl vor nichts. Schön ist das nicht, was das Publikum zu sehen und zu hören bekommt. Und trotzdem (oder deswegen) feiern die Zuschauer den Kriminalbiologen – gern auch Madenmann genannt – fast wie einen Popstar.


So geschehen im Schützenhof in Paderborn, der am Mittwochabend mit knapp 800 Gästen ausverkauft war. Am Ende seines Vortrags – oder sollte man womöglich besser Show sagen – sind es einige weniger. Denn nicht alle Zuschauer halten die zweieinhalb Stunden Unterricht in Kriminalbiologie durch. Viele der Leichenbilder, die Benecke an diesem Abend zeigt, brennen sich ins Gedächtnis ein – ob man das nun möchte oder nicht.


Maden fühlen sich im Schatten wohl


Leichen sind Beneckes Geschäft. Er vergleicht das Austrocknen eines Toten in einer Wohnung mit der Herstellung eines Schinkens. Zudem erläutert er sehr anschaulich, wie viel Leben in den menschlichen Körpern steckt, die gemeinhin als tot gelten. Anhand der Madenpopulationen, die er auf den Leichen findet, liefert er wichtige Erkenntnisse zum Beispiel darüber, ob Tatort und Fundort eines Toten identisch sind.


Und wie hat der Leichnam gelegen? Weil Maden sich im Schatten wohler fühlen, könne man genau erkennen, in welchem Winkel die Sonne durch das Fenster der Wohnung auf den Körper gestrahlt hat, berichtet Benecke nüchtern.


Ob tote Oma im Wohnzimmer, Wasserleiche im Fluss oder strangulierter Mann am Baum: Immer dann, wenn die Ermittlungsbehörden in einem mysteriösen Fall nicht weiter wissen, wird Benecke angeheuert. Laut seinen Angaben gehört auch das FBI zu seinen Kunden. Er liefere aber nur Mosaiksteinchen, um die Fälle zu lösen, sagt Benecke bescheiden.


Autogramm tätowiert


Gern vergleicht er seine Arbeit mit den Methoden der literarischen Detektivfigur Sherlock Holmes. Benecke geht einzig den Spuren nach, die er findet, und lässt sich von nichts irritieren. Für ihn gilt der Grundsatz des Meisterdetektivs: »Wenn man das Unmögliche ausgeschlossen hat, muss das, was übrig bleibt, die Wahrheit sein, so unwahrscheinlich sie auch klingen mag.«


Auf diese Weise habe er nachweisen können, dass ein Verdächtiger seine pflegebedürftige Mutter völlig hat verwahrlosen lassen, bevor sie starb. Bei der zwar gut genährten Frau habe er so markante Druckstellen entdeckt, dass die nur den Schluss zuließen, dass die Frau sich nicht mehr vom Sofa wegbewegt habe.


Der Kriminalbiologe erhält frenetischen Beifall. Und es gibt skurrile Vorkommnisse: Eine Besucherin lässt sich von dem Experten ein Autogramm auf den Arm geben. Beneckes Frau steht parat, um es an Ort und Stelle in die Haut zu tätowieren. Dieses Autogramm hält garantiert bis zum Tod.


Mit großem Dank an Ingo Schmitz und die Redaktion für die Erlaubnis zur Veröffentlichung.


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