2017 02 MDZ: Insekten entlarven den Moerder

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Quelle: Mitteldeutsche Zeitung (darin: Wochenende), 25./26. Februar 2017, Seite 10

Insekten entlarven den Mörder

Kriminalbiologe Mark Benecke über Wittenberg, Tötungsdelikte und Adolf Hitler

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VON MICHAEL HÜBNER

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Einer der bekanntesten und erfolgreichsten Kriminalbiologen der Welt, Dr. Mark Benecke, gibt am 7. April in der Phönix-Theaterwelt einen Einblick in seine Arbeit. Benecke widmet sich auf skurrile bis teilweise eklige Weise spannenden Fragen, die man manchmal lieber nicht beantwortet haben möchte: Wieso sind beispielsweise die Fingernägel der aufgedunsenen Männerleiche so lang und welche Madenart kriecht zugleich aus ihrem Mundwinkel? Somit ist nicht der Tod Beneckes Job, sondern das Leben nach dem Tod. Wenn die Maden den Mörder entlarven, hat er alles richtig gemacht. Durch die Analyse verschiedener Insekten, die auf Leichen gefunden wurden, konnte mit seiner Mithilfe schon unzähligen Verbrechern weltweit das Handwerk gelegt werden. Der Kölner Kriminalbiologe wurde vom FBI ausgebildet und operiert international. Benecke hat Speziallabors in Kolumbien, Vietnam und auf den Philippinen errichtet.


Ihre Veranstaltungen sind - so auch in Wittenberg - praktisch ohne Werbung immer ausverkauft. Was empfehlen Sie Ihren Besuchern? Vorher keinesfalls etwas essen?

MB: Das fragen Sie wegen der Maden? Es wird weder eklig noch gruselig. Ich rede über das, was auf der Eintrittskarte steht, und über Themen, die das Publikum interessieren. Das können Maden oder Serienkiller sein.


Es heißt, Sie ekeln sich vor gar nichts.

MB: Doch, vor Leberwurst und überhaupt allen Sorten Hackfleisch, Würstchen & Co.


Sie gelten als der Herr der Maden. Was halten Sie von den Krabbeltierchen?

MB: Maden sind aufrechte, coole, vernünftige Gegenüber. Sie sind wichtige, schöne, informative, biologisch sinnvolle Lebewesen. Sie helfen uns, die Liegezeiten von Leichen zu bestimmen. Ich mag aber auch Fauchschaben, die halte ich als Haustiere. Die können fauchen und ich nehme sie mit zu meinen Vorträgen. Im Berliner Naturkundemuseum bin ich Pate der Markusmücke.


Wie wichtig sind diese Lebewesen?

MB: Ohne Aaskäfer, Schmeißfliegen und ähnliche Lebewesen würde die Welt innerhalb weniger Wochen zusammenbrechen, weil sie die Stoffe zerlegen und wieder verfügbar machen. Ich mag die Tiere alle. Überflüssig sind nur wir Menschen. Sowohl von der Biomasse als auch von der Artenvielfalt her – der Mensch ist ein kleiner, guter, freundlicher Witz der Evolution.


Und wie helfen Maden bei der Aufklärung von Verbrechen?

MB: Na ja, erst einmal setzt bei einer Leiche die Selbstauflösung der Zellen ein, die Autolyse. Wir essen und trinken nichts mehr, das ganze Energiegleichgewicht geht kaputt. Dann zerfällt alles, es tritt viel Wasser aus. Das ist für die Bakterien gut, die können Wasser und freiwerdende Nährstoffe nutzen. Dadurch wird alles viel weicher. Die Insekten können Eier ablegen. Die Maden, also die Kinder der Fliegen, können dann gut fressen und es entsteht eine neue Generation von Fliegen. Diese Abläufe untersuchen wir und fragen uns, was es über die Tat und die Leiche aussagt, beispielsweise die Liegezeit.


Was ist Ihnen an einem Tatort wichtig?

MB: Eben erst einmal gar nichts glauben, was ich sehe. Zum Beispiel: Nur weil sich Sperma zwischen den Beinen des Opfers befindet, heißt das nicht automatisch, dass es auch vergewaltigt wurde. Niemals darf man das annehmen, was vermeintlich offensichtlich ist – ganz im Gegenteil. Man muss neutral und ohne jede Annahme oder vermeintliche „Lebensnähe“ vorgehen. Unsere Erfahrung ist, dass bestimmte Spurengruppen fast überhaupt nicht benutzt werden. Blutspuren zum Beispiel. Dann heißt es: „Der haben sie den Hals aufgeschnitten“ und dann wird die Spur nicht weiter beachtet. Es könnte allerdings das Blut vom Täter sein. Auch Banalitäten können interessant sein, zum Beispiel rostiges Wasser, das an die Wand gespritzt ist. Oder es gibt eine völlig verweste Leiche und fünf Tage vorher wurde Geld abgehoben. Da ist die Frage: Kann die Leiche so schnell verwesen oder nicht? Dann können Insekten helfen, den Todeszeitpunkt zu bestimmen. Und wenn Zeit, Geld und Interesse da ist, können wir das weiter verfolgen.


Wie oft kommt es vor, dass Insektenspuren bei der Lösung eines Falles helfen?

MB: Das hängt vom Interesse der Ermittler ab. Wir haben Jahre gehabt, da sind wir im Sommer jeden Tag rausgefahren. Jetzt gibt es andere Schwerpunkte - den Terrorismus zum Beispiel. Wir arbeiten heutzutage öfter mit Blutspuren. Darüber berichten aber nicht so viele, weil es nicht so spannend ist. Auch komplizierte Fälle landen häufig bei uns.


Inwiefern ist Spurensuche Teamarbeit?

MB: Es ist eine Teamarbeit unter Sonderlingen. Ich schreibe die Gutachten, alle anderen liefern zu. Viele unserer Kooperationspartner haben aber kein wirkliches Interesse an sozialer Interaktion. Partner, die zum Beispiel Insekten bestimmen, sind kauzige Spezialisten und interessieren sich überhaupt nicht für den Fall. Militärleute, Geheimdienstfritzen, das sind schon spezielle Leute. Wir ja auch.


Arbeiten Sie auch an Fällen, wo die Leiche fehlt?

MB: Ja, das kommt vor. Fälle zum Beispiel, in denen das Opfer aufgegessen wurde oder wo die Leiche eingemauert wurde. Es gibt auch Fälle, wo die Leiche nie auftaucht. Oder man hat es mit Psychopathen zu tun, die sich einen Spaß daraus machen. Ich habe einen Klienten, der sehr viele Kinder getötet und es zugegeben hat. Er wollte, dass man die Leichen findet. Das gibt es also auch.


Haben Sie es hin und wieder mit schlauen Tätern zu tun?

MB: Wer schlau ist, begeht keine Taten. Wer schlau ist, löst seine Probleme und begeht keine kriminellen Handlungen. Wir reden auch mit den Tätern - viele hatten eine schlimme Kindheit. Das Problem ist, zu vergessen. Sie müssen lernen, dass es Problemlösungsstrategien gibt, die wirksamer sind als Gewalt.


Es heißt immer, Frauen morden mit Gift. Vor allen die Damen um die 50 sollen Ihnen in Ihren Veranstaltungen immer wieder die gleiche Frage stellen: Welches Pflanzengift ist am wirkungsvollsten und nicht nachweisbar?

MB: Die Frage wird tatsächlich oft von Frauen gestellt, aber auch von jüngeren. Die meisten Pflanzengifte sind nicht nachweisbar, nicht weil man sie nicht nachweisen kann, sondern weil man nicht danach guckt. Also insofern sind der Fantasie da keine Grenzen gesetzt. Ich empfehle sehr gute Gartenbücher. Da kann man sich mal kundig machen und im Garten noch was für die Insekten tun, weil die dann wiederum die Blüten besuchen. Vielleicht rückt man dann im Laufe der Zeit wieder von der Idee ab, jemanden umbringen zu wollen und lernt in Wirklichkeit was über Blumen und Insekten und kann den ganzen Hass aus sich herausarbeiten, dann ist alles schön.


Kann jeder zum Mörder werden?

MB: Das liest man immer wieder. Ich persönlich glaube das nicht. Ich habe mich in ein paar Situationen und Fällen auch mit Kannibalismus beschäftigt. Da gibt es diese Geschichten von Flugzeugkatastrophen, man ist eingeschneit, und dann beginnt man, Gestorbene aufzuessen. Es gibt recht viel Literatur darüber. Doch da gibt es immer Leute, die es nicht machen. Die sterben lieber, als Menschenfleisch zu essen. Das ist bei Tötungsdelikten auch so. Es gibt Menschen, die würden das nicht machen, basta. Eltern zum Beispiel, die problemlos den Mörder ihres Kindes töten könnten – und es doch nicht machen.


Wie einfach ist es, mit einem Mord davonzukommen?

MB: Das hängt ganz davon ab, aus welchem Milieu einer kommt. Am meisten schützen Macht, Einfluss und Geld.


Das hört sich unglaublich an.

MB: Es ist doch so, dass man sich mit Geld gute Anwälte leisten kann. Das ist schon mal extrem hilfreich. Und mancher war dann noch mit dem Staatsanwalt auf dem Internat oder hat sonst gute Beziehungen zur Justiz. Das passiert dauernd.


Und wer nicht vermögend ist?

MB: Der hat Pech und kommt in den Bau. Wer arm ist, wird schneller verurteilt. Umgekehrt ist es genauso: Wird ein Mensch ermordet, der für die Gesellschaft nicht interessant ist, hat die Staatsanwaltschaft kein so großes Interesse an der Aufklärung. Das habe ich schon oft erlebt.


Was soll das heißen?

MB: Der Staatsanwalt hat eben nur eine bestimmte Summe für Ermittlungen zur Verfügung, oder er muss eine Ermittlung zumindest begründen. Und dann untersucht er eben eher den Mord an einem respektierten Bürger als den an einem Alki, der tot im Park liegt. Und die meisten Leichen sind nun einmal die von Armen, Alkoholikern, Schizophrenen oder Drogenabhängigen.


Klingt nicht nach Gerechtigkeit.

MB: Ein Beispiel: Eine Leiche mit Perücke auf dem Kopf, die Schuhe fein säuberlich parallel daneben. Merkwürdig, oder? Aus den Hosentaschen ziehen mein Team und ich Wasserschnecken. Da ist aber weit und breit kein Wasser! Erst von einem Jäger aus der Gegend erfahren wir, dass der Fundort einmal im Jahr überschwemmt wird. Also kannten wir schon mal den Tat-Zeitpunkt. War den Strafverfolgern aber egal. Sie wussten, dass dort in der Gegend Junkies ihr Heroin verstecken. Und damit war klar: Der Tote ist uninteressant, die Sache wird nicht weiter verfolgt. Warum der Typ eine Perücke trug? Die Polizisten sagten, das weise auf Prostitution hin – oder auf Karneval. Kein Witz! Im Übrigen glaube ich nicht, dass es so was wie Gerechtigkeit gibt. Was wir darunter verstehen, ist doch nichts anderes als ein juristisches oder kulturelles Konstrukt. Früher verstand man was ganz anderes darunter, und morgen kann es schon wieder anders aussehen. Die meisten Menschen, die in einen Mordfall verwickelt werden, machen denselben Fehler: Sie glauben, dass die Gerechtigkeit am Ende siegt. Tut sie aber nicht. Im Übrigen erhalte ich - wenn mich der Staatsanwalt beauftragt - vielleicht 200 Euro.


Müssten in Deutschland mehr Leichen untersucht werden?

MB: Ja, denn das passiert immer seltener. Jeder Politiker, der ein rechtsmedizinisches Institut schließt, kann tolle Zahlen präsentieren: Werden weniger Delikte erkannt, gibt es scheinbar weniger Verbrechen.


Wie gehen Sie mit ungelösten Fällen um?

MB: Für mich gibt es nur Fälle; so richtig gelöst ist ja nie etwas: Was ist schon die endgültige Wahrheit hinter einem Fall? Wenn es spurenkundliche Knackpunkte gibt, ziehe ich sie früher oder später wieder raus. Leider muss ich die Nachuntersuchung meist selbst zahlen, weil jemand, der beispielsweise zehn Jahre unschuldig im Knast war, natürlich kein Geld hat. Unsere Klienten sind nie reich; reiche Menschen landen nicht unschuldig im Knast.


Wie sieht die Zukunft der Spurensicherung aus?

MB: Datenmassen spielen eine immer größere Rolle. In freien Netzen werden alle Daten gesammelt, die ein User hinterlässt: Wann hat man welche Seite genutzt, welchen Suchbegriff eingegeben und so weiter. Dann wird nachvollzogen, wann man sich wo mit dem Handy aufgehalten hat. Das ist sehr hilfreich, weil man damit räumliche und zeitliche Aussagen prüfen kann. Im biologischen Bereich wird es vielleicht noch dazu kommen, dass man von Tätern, die zum Beispiel zu einer längeren Haftstrafe verurteilt wurden, die DNA mit Körperdaten wie Größe, Haarfarbe und Augenfarbe in einer Datenbank sammelt; so lassen sich Spuren direkt einem Täter zuordnen. Da muss nun der entsprechende Fall kommen, ein großes Attentat zum Beispiel. Bisher ist der genetische Fingerabdruck nur ein anonymer Zahlencode, der nichts über Körpermerkmale aussagt. Und Bakterien werden gerade auch intensiv untersucht.


Lassen sich Verbrechen vermeiden?

MB: Gesundheitsprävention ist wichtig, gerade mit Blick auf psychische Krankheiten. Dann würde es gerade mit Blick auf Amokläufe an Schulen helfen, über Narzissmus zu reden, statt sich auf Mobbing einzuschießen, denn kein einziger Schulattentäter war Mobbingopfer. Sehr gut sind auch Programme wie „Nicht Täter werden“ für Pädophile, die nicht straffällig werden wollen. Man muss diese Probleme offen ansprechen und das in einer Form, die sinnvoll und konstruktiv ist. Dazu die Fähigkeit zu diplomatischen Prozessen, so dass man wirklich die andere Seite versteht. In Skandinavien, wo es Geldüberschüsse und lange eine liberale Politik gab, wird massenhaft Geld in Prävention und Aufklärung gesteckt - und das funktioniert super.


Sie haben die Überreste von Adolf Hitler - Schädel und Zäh- ne - untersucht. Reizt es Sie, die Untersuchungen fortzuführen?

MB: Nein, eigentlich nicht. Also, das einzige, was mich daran noch reizen würde, wäre eine Studie zu DNA-Bestandteilen, die auf einer Serviette von einem Verwandten Hitlers gefunden wurden. Daraus ging hervor, dass er von einer Linie nordafrikanischer Juden abstammt. Wenn das tatsächlich so ist, dann lache ich mich tot. Das wäre für mich der einzige interessante Aspekt, Hitlers Zähne aufzubohren, um das endgültig zu beweisen.


Bei der Untersuchung der Schädelfragmente soll auch nicht alles glatt gelaufen sein.

MB: Die lagen in Russland in einer 5 1/4 Zoll-Diskettenbox und waren sicherlich von Dutzenden ohne Handschuhe angefasst worden. In dem Moment ist das für einen Spurenkundler der Supergau. Ich bin ja der einzige, der in Deutschland dafür öffentlich bestellt und vereidigt ist und zwar für die gesamte kriminaltechnische Auswertung von allen biologischen Spuren. Im Gegensatz zu anderen hafte ich auch vollständig dafür. Da kann es schon vorkommen, dass man während der Arbeit eine Klammer im Brustkorb hat, weil man sich die ganze Zeit denkt „Hoffentlich machen die jetzt nicht noch mehr Scheiß und vernichten weitere Spuren!“ Als ich an dem Projekt in Moskau gearbeitet habe, fragte ein Kameramann, der die Arbeit begleitet hat, ob er eine Militäruniform anprobieren dürfte; der Archivar oder Agent in der FSB- (ehemals KGB-) Zentrale hatte nichts dagegen. Es stellte sich heraus, dass das Goebbels Uniform gewesen ist. Spätestens da ist mir klar geworden, wie dort die Überbleibsel Hitlers samt Anhang behandelt worden waren und dass der nachlässige Umgang mit Beweisstücken nicht nur jetzt, sondern schon immer so stattgefunden hat. Dass wirklich alle die Teile angefasst haben – diese verzweifelte Erkenntnis kippte irgendwann in eine heitere Akzeptanz: „Et is wie et is.“ Aber mir wäre es trotzdem lieber, wenn ich in nicht so heiterer Stimmung wäre und in Ruhe meine Arbeit machen könnte.


Sie haben in Kolumbien den schlimmsten Serienmörder der Welt kennengelernt.

MB: Luis Alfredo Garavito Cubillos hat mindestens 300 Kinder ermordet. Da gab es nur ein Verfahren ohne Zeugen und Öffentlichkeit. Ich habe ihn über Jahre immer wieder im Gefängnis besucht, weil ich verstehen wollte, warum jemand so was tut. Und es ist gar nicht so kompliziert: Armut, Missbrauch, schlimme Erfahrungen, dazu krankhafter Narzissmus, antisoziale Störung.


Eine englische Wissenschaftlerin behauptet, in Zukunft werde der Leichengeruch untersucht. Das gehe schneller und effektiver als Ihre Maden-Untersuchungen. Werden Sie arbeitslos?

MB: Das wird schon seit Jahren untersucht.


Es soll schneller und effektiver als Ihre Madenuntersuchungen gehen.

MB: Wieso? Aus dem Geruch kann man ja nicht auf die Liegezeit schließen, sondern einfach nur die Leichen schneller finden. Das sind ja zwei verschiedene Kinosäle, allerdings im selben Kino.


Fürchten Sie nicht, dass neue wissenschaftliche Erkenntnisse dafür sorgen, dass Sie arbeitslos werden?

MB: Mir wäre es lieber, ich würde arbeitslos, weil es keine Verbrechen mehr gibt.


Viele Probleme, die Sie ansprechen, sind politisch. Die PARTEI - in Wittenberg gibt es einen Kreisverband - ist Ihre politische Heimat. In Nordrhein-Westfalen sind Sie der Landesvorsitzende. Was ist Ihr Spitzenthema für den Bundestagswahlkampf und wollen Sie Kanzler werden?

MB: Wir haben schon einen Kanzlerkandidaten. Ich werde Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen. Bei der Oberbürgermeisterwahl in Köln wurde ich Dritter. Wir fragen die Menschen, was sie sich wünschen und genau das versprechen wir ihnen.


Schauen Sie im TV Krimis?

MB: Ich habe noch nie einen Fernseher besessen und gucke keine Krimis. Ich habe auch noch nie einen „Tatort“ gesehen, weil ich, mit Ausnahme von Comics, Erfundenes nicht mag. Nur die Filme „Das Schweigen der Lämmer“, „Seven“ oder die Serie „Hannibal“ gehen, weil die Handelnden recht realistisch und sehr nah an der Wirklichkeit recherchiert und dargestellt wurden. Für mich ist Realität immer spannender als Fiktion. Aber letztens hat mich immerhin Benjamin Griebel, der Gerichtsmediziner aus dem Franken-Tatort, in einem meiner Vorträge besucht.


Den Kriminalbiologen, der in der Rechtsmedizin über einer Leiche sein Fischbrötchen verzehrt - eine beliebte Krimi-Szene im TV -, gibt es nicht wirklich, oder?

MB: Ich hab es in den letzten 25 Jahren nicht erlebt, aber meine Kollegin aus Würzburg, die ich danach gefragt habe, hat. Was ich schräger finde: Todesermittler, die auf dem Weg zu einer Kinderleiche im Wald an der letzten Frittenbude vorm Tatort erst noch mal in Ruhe Pommes essen. Das habe ich schon öfter gesehen...


Mit großem Dank an Michael Hübner und die Redaktion für die Erlaubnis zur Veröffentlichung.


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