Patricia

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Die Bedeutung der Polymerasekettenreaktion für das Strafverfahren

Patricia Brandwein
Leistungskurs: Biologie
Schule: Käthe-Kollwitz-Gymnasium, Wesseling
Schuljahr: 2006/2007


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Zum Einlesen:


1.) Einleitung

In der folgenden Facharbeit werden kriminalbiologische Aspekte der Polymerase-kettenreaktion behandelt. Die Analysetechnik der PCR wird in vielen Bereichen, wie zum Beispiel in der Medizin, erfolgreich eingesetzt. Ein weiterer Fachbereich, in dem die PCR verwendet wird, ist die Identifikation von Personen. Besonders in der polizeilichen Arbeit werden Straftäter mittels der PCR überführt und mit Hilfe von chemisch-physikalischen Prozessen überführt. Des Weiteren sind die Methoden der DNA-Analyse im Hinblick auf die Naturwissenschaft sehr interessant und haben die Forschung der heutigen Zeit positiv beeinflusst.

Das hier angeführte Beispiel einer Straftat soll dem Leser die Bedeutung der PCR anschaulich nahelegen: Der Präzedenzfall der „glücklosen Autoknacker“ ist besonders erwähnenswert, da eine DNA-Typisierung bei kleineren Delikten meist nicht durchgeführt wird.

In der Stadt Köln vermutete man, dass eine organisierte Verbrecherbande ihr Unwesen treibt. Monatelang wurden Autos aufgebrochen und die wichtigsten Papiere, wie zum Beispiel Versicherungsunterlagen der Halter entwendet, um die Adresse der Autobesitzer zu erhalten. Die Anschriften der Personen benutzten die Kriminellen Stunden später, um noch einmal einen Einbruch in die Häuser und Wohnungen zu tätigen. Die Zahl der Fahrzeug- und Wohnungseinbrüche stieg, und die Polizei war machtlos, da die Täter keine Spuren hinterließen. Aus diesem Grund wurde die Ermittlungskommission für diesen Fall eingesetzt, um die Bande zu stoppen. Die Ermittlungskommission hat die Aufgabe die Tathergänge der Autobrüche zu vergleichen, um so den oder die Täter aufzuspüren. Die Resultate der Ermittlungskommission ergaben, dass die Täter die Aufbrüche von den Modellen der Automobilmarken Volkswagen und Audi vorzogen, damit der Aufbruch des Fahrzeugs immer auf ähnliche Weise funktionieren konnte. Jedoch diese Erkenntnisse halfen der Polizei nicht weiter, da die Täter nichts von sich preisgegeben haben. Nach zwei Monaten konnte die Spurensicherung Blutspuren in einem aufgebrochenen Auto der Marke VW Golf sicherstellen. Diese Blutspuren waren verwertbar kostbares Material für die Beamten der Kriminalpolizei. Die notwendigen Unterlagen und die DNA Spur wurde an das Landeskriminalamt in Düsseldorf geschickt, um dort die DNA mit Hilfe der PCR-Methode zu vermehren. Das DNA-Material wird bei diesem Prozess vervielfacht, um die DNA bei einer Analyse mit der Gelelektrophorese zu untersuchen. Die Ergebnisse der DNA-Analysen werden als Zahlencode bzw. als Identifizierungsmuster in einer Datenbank festgehalten. Die Datenbank heißt DNA– Analyse-Datei kurz DAD und wurde 1998 von dem Bundeskriminalamt eingeführt. Die analysierte DNA-Spur führte in unserem Fall jedoch zu keinem anderen gespeicherten Täter oder Tatort. Die Täter ließen sich nicht stoppen und die Reihe der Serienstraftaten nahmen, bis auf eine kurze Pause, kein Ende.

Circa vier Monate später wurde in Bayern eine Frau festgenommen, die im Allgäu als Einbrecherin auffiel. Nachdem auf der Wache in Bayern Fotos und Fingerabdrücke genommen wurden, wurde auch eine Speichelprobe entnommen. Auch diese DNA-Spur wurde analysiert und in den Zentralspeicher des BKA wurde der Zahlencode eingegeben, um so wieder Bezüge zwischen einzelnen Tatorten herzustellen. Kurz darauf meldeten beide Computer in Köln und in Bayern einen Treffer, der sich als Beweis für viele Straftaten der Kriminellen herausstellte. Die Serieneinbrüche in Autos und in den Wohnungen klärten sich somit auf und die Polizei fand heraus, dass nicht nur die Frau, sondern auch zwei andere Täter an der Einbruchserie beteiligt waren.

Dieser Fall verdeutlicht die Unverzichtbarkeit der PCR-Methode, denn ohne die Vervielfältigung der DNA hätte man die Täter nie überführen können. Mit Hilfe verschiedener DNA-Analysemethoden werden auch heute noch Fälle aufgeklärt, die vor vielen Jahren Spuren hinterlassen haben.

Der Fall Heib ist einer der Mordfälle, in dem der Täter erst nach anderthalb Jahren überführt werden konnte. Ermordet wurde der Pförtner aus Idar-Oberstein im Jahre 1991. Es wurden Blutspuren von dem vermeintlichen Täter sichergestellt, doch mit den damaligen Möglichkeiten war eine fehlerfreie DNA-Analyse noch nicht durchführbar.

Jedoch nach einem Jahr war es dem Beamten des LKA Rheinland-Pfalz möglich, das Spurenmaterial zu analysieren. Auch diese DNA-Analyse führte man mit Hilfe der PCR durch. Anfang des Jahres 1993 konnte ein ehemaliger Mitarbeiter des Pförtners verhaftet werden. Auch das Beispiel dieser Straftat zeigt, dass die Aufklärung des Morddeliktes ohne die PCR- Technik nicht möglich gewesen wäre.



Dr. rer. medic. Mark Benecke · Diplombiologe (verliehen in Deutschland) · Öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für kriminaltechnische Sicherung, Untersuchung u. Auswertung von biologischen Spuren (IHK Köln) · Landsberg-Str. 16, 50678 Köln, Deutschland, E-Mail: forensic@benecke.com · www.benecke.com · Umsatzsteueridentifikationsnummer: ID: DE212749258 · Aufsichtsbehörde: Industrie- und Handelskammer zu Köln, Unter Sachsenhausen 10-26, 50667 Köln, Deutschland · Fallbearbeitung und Termine nur auf echtem Papier. Absprachen per E-mail sind nur vorläufige Gedanken und nicht bindend. 🌏 Mark Benecke, M. Sc., Ph.D. · Certified & Sworn In Forensic Biologist · International Forensic Research & Consulting · Postfach 250411 · 50520 Cologne · Germany · Emergencies: Text / SMS / text messages only (never call me): +49 171 177 1273 · Anonymous calls & suppressed numbers will never be answered. · Dies ist eine Notfall-Nummer nur für SMS in aktuellen, kriminalistischen Notfällen). Bitte rufen Sie niemals an. · If it is not a real emergency, send an e-mail, pls. · If it is an emergency, send a text message (SMS) · Facebook Fan Site · Benecke Homepage · Datenschutz-Erklärung · Impressum · Archive Page