Difference between revisions of "2019-02 Zimmer Eins: Wie entsteht Hass, Dr. Mark Benecke"

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* [[2014 04 26 Volksstimme Haldensleben: Audienz in der Kulturfabrik|Audienz in der Kulturfabrik]]
 
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* [[2015 04 28 Magdeburger Volksstimme: Der Herr der Maden gruselt sich|Der Herr der Maden gruselt sich]]
 
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* [[2019-04 Zeitjung: Der Fall Collini: Wie wird ein unauffaelliger Mann zum Moerder|Der Fall Collini: Wie wird ein unauffälliger Mann zum Mörder]]
 
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Quelle: ZIMMER EINS — Das Patientenmagazin, Februar 2019, Seite 9


Wie entsteht Hass, Dr. Mark Benecke?

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Mark Benecke


Hier schreibt Dr. Mark Benecke, warum Hass nicht das Gegenteil von Liebe ist — und was er in seiner Arbeit als Forensiker über Gewaltverbrecher gelernt hat

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Der Ursprung von Hass liegt oft in der Kindheit. Menschen, die in jungen Jahren keine Geborgenheit erfahren, lernen, nur an sich selbst zu denken, und bauen keine sicheren Bindungen auf. So können sie mit ihren Mitmenschen nicht sinnvoll und erfüllend in Kontakt treten. Ihr unbefriedigtes Bedürfnis nach Nähe und Liebe verwandeln sie später oft in etwas Zerstörerisches: Hass.

Wer hasst, erwartet von seinen Mitmenschen eine Rückmeldung. Deshalb ist Hass für mich auch nicht das Gegenteil von Liebe. Es ist eher Liebe minus Faktor X. Beide Emotionen sind sehr ähnlich. Sie sind stark und haben einen Empfänger — einen anderen Menschen, eine Kultur oder Lebensweise. Der große Unterschied: Beim Hass geht der Kontakt nicht mit Freundlichkeit und Neugierde einher, sondern mit Ablehnung und Verwüstung. Nicht umsonst sagt man, ein Mensch sei blind vor Wut.

Hass verengt den Blickwinkel vollends und schließt andere Meinungen aus. Einer derart verengten Sichtweise zu begegnen, ist schwierig. Es hilft, sich in sein Gegenüber hineinzuversetzen und den anderen auch dazu zu ermutigen. Gegenseitiges Verständnis kann Hass abbauen, getreu dem Sprichwort „Alles verstehen heißt alles verzeihen".

Als Vorbild empfinde ich alle Menschen, die Gewalt ablehnen und sich in andere hineindenken, bevor sie handeln. In meiner Arbeit als Forensiker habe ich gelernt, dass es den berechnenden, gefühllosen Täter nur selten gibt. Viele, die unmenschlich erscheinende Verbrechen begehen, sind Bürokraten oder hatten eine harte Kindheit ohne Liebe und Nähe. Die scheinbar eiskalte Tat ist oft eine Folge verletzter Gefühle. Ich halte daher viel davon, alle Täterinnen und Täter nach ihrer Meinung zu fragen und ihnen zuzuhören. Man muss sie nicht mögen. Aber mithilfe der Originalquellen lässt sich wenigstens ergründen, wie Hass entsteht und wie wir ihm vorbeugen können.

Rache macht die Welt nicht sicherer. Im Gegensatz zum Eindruck, den manche Berichte erwecken, nimmt Hass in unserer Gesellschaft ab — zumindest, wenn man ihn an der Zahl der Gewaltdelikte misst. Gleichzeitig üben schwere Verbrechen eine seltsame Faszination aus. Derzeit gibt es viele True-Crime-Magazine und Krimis, die sich ganz offen mit Gewalttaten und -fantasien beschäftigen. Manche Menschen setzen ihre eigenen Taten oder schlimme Erfahrungen dazu in Bezug: Im Vergleich zur Mörderin oder zum Mörder ist man meist der Gute, und im Gegensatz zu einer Mordserie wirkt das eigene Leid manchmal kleiner.

ZUR PERSON

Dr. Mark Benecke
Seit mehr als 25 Jahren ist der „Herr der Maden“ als wissenschaftlicher Forensiker zum Beispiel im Bereich der Insektenkunde aktiv. Er ist Deutschlands einziger öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für biologische Spuren und untersuchte unter anderem Adolf Hitlers Schädel. Er veröffentlicht Artikel, Sach- und Kinderbücher und entwickelt Experimentierkästen. In seinen Vorträgen geht er gemeinsam mit dem Publikum auf Spurensuche.



Lesetipps



Dr. rer. medic. Mark Benecke · Diplombiologe (verliehen in Deutschland) · Öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für kriminaltechnische Sicherung, Untersuchung u. Auswertung von biologischen Spuren (IHK Köln) · Landsberg-Str. 16, 50678 Köln, Deutschland, E-Mail: forensic@benecke.com · www.benecke.com · Umsatzsteueridentifikationsnummer: ID: DE212749258 · Aufsichtsbehörde: Industrie- und Handelskammer zu Köln, Unter Sachsenhausen 10-26, 50667 Köln, Deutschland · Fallbearbeitung und Termine nur auf echtem Papier. Absprachen per E-mail sind nur vorläufige Gedanken und nicht bindend. 🌏 Mark Benecke, M. Sc., Ph.D. · Certified & Sworn In Forensic Biologist · International Forensic Research & Consulting · Postfach 250411 · 50520 Cologne · Germany · Emergencies: Text / SMS / text messages only (never call me): +49 171 177 1273 · Anonymous calls & suppressed numbers will never be answered. · Dies ist eine Notfall-Nummer nur für SMS in aktuellen, kriminalistischen Notfällen). Bitte rufen Sie niemals an. · If it is not a real emergency, send an e-mail, pls. · If it is an emergency, send a text message (SMS) · Facebook Fan Site · Benecke Homepage · Datenschutz-Erklärung · Impressum · Archive Page